Warum manche Menschen scheinbar im Schlaf abnehmen und andere nur vom Zusehen dick werden

von

Florian Heinrich

M.A. Sportwissenschaften/Sportmedizin

Vielen meiner Klientinnen fällt es schwer zu verstehen, weshalb manche Menschen scheinbar im Schlaf abnehmen und andere nur vom Zusehen dick werden.

Um diese Tatsache besser verstehen zu können, möchte ich jetzt ein paar grundlegende Informationen mit Ihnen teilen, wie unser Körper wirklich funktioniert und weshalb eine Diät nicht funktionieren kann.

Die nachfolgenden Informationen zu verstehen ist der Anfang Ihres neuen Lebens mit viel Energie, Spaß und Kraft bei ausgesprochen guter Laune!

Die Schaltzentrale unseres Körpers sind die Hormone, sie sind die sogenannten Botenstoffe und geben unserem Körper die Befehle, wie er sich zu verhalten hat.

Hierbei ist das Hormon INSULIN sehr bedeutend. Insulin wird produziert, wenn wir Kohlenhydrate essen. Kohlenhydrate ist der Überbegriff für verschiedene Zuckerarten. Kohlenhydrate finden wir zum Beispiel in Limonade, Süßigkeiten, Brot, Nudeln und Kartoffeln.

Wenn wir nun Kohlenhydrate essen, werden diese im Dünndarm in ihre Bestandteile, also in kleine Zuckermoleküle aufgespalten und in die Blutlaufbahn abgegeben. Dadurch steigt der sogenannte Blutzuckerspiegel an. Daraufhin produziert die Bauchspeicheldrüse nun Insulin, denn das Insulin hat die Aufgabe, den Zucker aus dem Blut in die Muskel- und Fettzellen zu transportieren.

Sie können sich das Insulin wie ein Boot vorstellen. Es schwimmt durch die Blutbahn und sammelt den Zucker ein.

Zuerst steuert das Insulin-Boot nun den Hafen Muskel an. Ist der Hafen Muskel mit Zucker aufgefüllt kann er keinen mehr aufnehmen und das Insulin-Boot steuert die Fettzellen an. In den Fettzellen wird nun der restliche Zucker komplett abgelagert. Hier wird er in Fett umgewandelt und abgespeichert.

Zucker ist für den Muskel eine Art Treibstoff. Wenn dieser Treibstoff durch Bewegung aufgebraucht ist, kann zusätzlicher Treibstoff aus den Fettreserven des Körpers nachgefordert werden.

Das Fett wird dann wieder in Zucker umgewandelt in die Muskelzellen befördert und dort verbrannt.

Hat unser Körper genug Fett als Treibstoff gespeichert, produziert unser Körper das Hormon LEPTIN, welches in der Skelettmuskulatur, Magen, Brustdrüse und Plazenta gebildet wird.

Ein hoher Leptinspiegel signalisiert unserem Gehirn:

„Hunger abstellen, genug Energie für Bewegung vorhanden, Stoffwechsel kann hochgefahren werden, Glückshormone können produziert werden. – Hab‘ Spaß gib‘ Gas – wir haben alles was wir brauchen!“

Sobald sich der Fettspeicher verringert, sinkt der Leptinspiegel ab und sendet somit an das Gehirn das Signal: Bitte Notfallprogramm HUNGER starten! Ihr Körper kämpft nun in seiner Wahrnehmung um sein Überleben! Der Stoffwechsel, also im Grunde Ihr ganzer Körper, wird heruntergefahren, um Energie zu sparen. Die Gedanken konzentrieren sich auf das Beschaffen von Nahrung, auch die Produktion von Glückshormonen wird eingestellt und man hat zu allem Überfluss auch noch schlechte Laune! Wenn man nicht zeitnah entgegensteuert, würde der Körper anfangen, die Muskeln Stück für Stück abzubauen, um sie als Treibstoff zu verwenden.

Jetzt stellen Sie sich bestimmt die Frage, wie es sein kann, dass bei jemandem, der eigentlich genug Fett in seinem Speicher hat, der Stoffwechsel trotzdem im Keller ist, es zeitweise an Kraft und Energie fehlt, häufig ein Gefühl ständigen Hungers besteht und der Eindruck entsteht ständig essen zu müssen, um den Tag überstehen zu können?

Aufschluss darüber liefern die Forschungen von Prof. Dr. Robert Lustig der Universität von Kalifornien (UCSF). Er konnte belegen, dass bei konstant zu hohem Insulinspiegel unser Gehirn das Leptin nicht mehr wahrnehmen kann. Das bedeutet, wenn er es nicht sehen kann, ist es das gleiche als wäre kein Leptin vorhanden. Ist kein Leptin für unser Gehirn vorhanden, beginnt das HUNGER-Notfallprogramm!

Hier möchte ich Ihnen das einmal mit folgendem Beispiel aufzeigen:

Sie essen oder trinken etwas mit vielen Kohlenhydraten, also mit viel Zucker wie Limonade, Süßigkeiten, Brot, Nudel oder Kartoffeln. Ihr Körper produziert nun Insulin.. Die Insulin-Boote bringen den Zucker nun in den Hafen Muskel, bis dieser voll ist. Danach fährt das Insulin-Boot zum Hafen Fettspeicher und liefert dort den Rest ab. Normalerweise sollte jetzt das Signal kommen: HUNGER einstellen!

Da allerdings auf Grund des vielen Zuckers noch zu viel Insulin in Ihrem Blut ist, kann Ihr Gehirn das Leptin-Signal , den Hunger einzustellen, nicht erkennen und sendet weiterhin: HUNGER!

Haben Sie sich schon einmal gefragt, weshalb es so schwierig ist, nur ein Stück Schokolade zu essen und nicht gleich die ganze Tafel? Süßes spricht unser Belohnungszentrum an. Wenn es dann Lunte gerochen hat, verlangt es immer mehr und das große Problem dabei ist, dass Sie bei Kohlenhydraten nicht das Körpersignal „satt“ empfangen können. Es geht einfach nicht, man isst weiter und weiter, bis die Bauchschmerzen oder das schlechte Gewissen das Essen beenden.

Zucker produziert Insulin und Insulin führt dazu, dass Sie mehr Zucker wollen. Nicht nur wollen, sondern im Grunde haben müssen. Deswegen wird Insulin in der Tierzucht als Masthormon eingesetzt. Erschreckend? Wir werden jeden Tag wie Tiere gemästet!

Vielleicht haben Sie, wie ich auch, schon einmal mit Ihrer Figur zu kämpfen gehabt und den schlauen Rat erhalten: Ihr Übergewicht ist die Folge Ihrer Kalorienbilanz! Sie essen zu viel und bewegen sich zu wenig! Ganz einfach! Also: Essen Sie weniger und bewegen Sie sich mehr! Und wenn Ihnen das nicht gelingt fehlt es Ihnen einfach an Willenskraft!

Haben Sie das schon einmal so ähnlich gehört? Großartiger Ratschlag, oder? Wenn es so einfach wäre, wären nicht über die Hälfte der Menschen übergewichtig und würden damit Schmerzen, Leiden und Einschränkungen in Kauf nehmen. Wenn Ihnen Ihre Schaltzentrale, Ihre Hormone ständig, HUNGER, HUNGER, HUNGER senden, Sie dann auch noch weniger essen, der Körper seine Signale noch verstärkt, Ihren Stoffwechsel herunterfährt und Ihnen dann auch noch die Laune vermiest, dann ist es nicht die Frage, ob Sie aufgeben, sondern wann Sie aufgeben! Fast jede Diät scheitert an diesem Problem und der JOJO-Effekt ist vorprogrammiert! Ihre Hormone wollen, dass Sie essen und dauerhaft werden Sie sich nicht mit purer Willenskraft dagegen wehren können.

Wie sieht nun die Lösung für dieses Dilemma aus?

Sie sollten MEHR essen, um Ihren Körper aus dem Zustand einer empfundenen Hungersnot zu führen und das in einer Zusammensetzung, die die natürlichen Funktionen des Insulin und Leptin unterstützen.

Denn wenn Ihr Körper wieder erkennt, dass er ausreichend Fett im Speicher hat und keine Hungersnot zu befürchten ist, wird er genau dieses Fett aufspalten und als Energie Ihren Muskeln zur Verfügung stellen. Sie werden sich energiegeladen und antriebsstark fühlen, Ihre Pfunde werden schmelzen und Glückshormone werden produziert.

Dieser Prozess wird dazu führen, dass Ihr Körper abnehmen will! Sie arbeiten nicht gegen Ihre Hormone, sondern Ihre Hormone arbeiten für Sie! Um diesen Zustand zu erreichen arbeite ich mit meinen privaten Klienten nach einem 4-Phasen Konzept, welches sie Schritt für Schritt zum Ziel führt.

Sie können dabei 4 mal am Tag lecker essen und gute Laune haben ohne zu hungern! Sport ist immer gut, muss aber nicht übertrieben häufig gemacht werden. Schon 2 Trainingseinheiten von ca. 45 Minuten sind ausreichend um Ihren Erfolg zu beschleunigen.

Sie haben eben gelesen wie es recht einfach sein kann abzunehmen. Ohne Pulver und Wunderpillen und mit jeder Menge leckerem Essen.